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Vorwort

Die Diskussion um das Gesetz zur Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung und zur Regelung des Aufenthalts und der Integration von Unionsbürgern und Ausländernhat gezeigt, wie sehr eine intensive Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Zusammenlebens in einer pluralen Gesellschaft nötig ist.

Die Tatsache, dass das Gesetz vorläufig durch das Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde, ändert dabei nichts an der Notwendigkeit, sich einen Begriff von Integration zu machen. Das Jahrzehnte alte Postulat, Deutschland sei kein Einwanderungsland, ist endgültig ad acta gelegt.

Das Zuwanderungsgesetz ist Ergebnis der Erkenntnis, dass die Bundesrepublik zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit, der sozialen Sicherung und damit des Lebensstandards aller dringend des Zuzugs von Arbeitskräften aus anderen Ländern bedarf.

Trotz der drängenden Probleme, die sich durch partiellen Arbeitskräftemangel und der sich drastisch verändernden Alterspyramide ergeben, ist für einen Großteil der Bevölkerung die Notwendigkeit des Zuzugs von Ausländerinnen und Ausländern nicht transparent und das Gesetz wird mit äußerster Skepsis betrachtet: nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbachsind 50% der Bevölkerung gegen die Zuwanderung und nur 22% befürworten sie. Bei Jugendlichen liegt die Zustimmung zu mehr Zuwanderung nur bei 7%. Von den Jugendlichen wollen 48% sogar weniger Zuwanderung als bisher.

Grundlage eines erfolgreichen Zuwanderungskonzeptes ist jedoch eine gelungene Integration der Migrantinnen und Migranten in die deutsche Gesellschaft. Hierfür ist nicht nur die Bereitschaft der Zugewanderten erforderlich, sich mit der Sprache, Gesellschaft und Kultur des Aufnahmelandes auseinander zu setzen. Ebenso wichtig ist eine offene Haltung der einheimischen Bürgerinnen und Bürger. Denn nur wer sich willkommen fühlt, wird die Bereitschaft zeigen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Integration bedeutet dabei nicht die einseitige Assimilation der Zugewanderten, es geht vielmehr um einen Prozess der wechselseitigen Anerkennung, in dem die Herkunftskultur der Migrantinnen und Migranten nicht verleugnet werden muss.

So sollten sich Integrationsmaßnahmen nicht einseitig an Zuwandernde richten, ebenso wenig wie ausschließlich an die Bürgerinnen und Bürger des Aufnahmelandes. Dennoch ist hier zu differenzieren, welche Integrationsleistung welche Gruppe zu erbringen hat: So ist beispielsweise der Erwerb der Sprache des Aufnahmelandes eine erforderliche Leistung der Zuwanderer, die Aufklärung über den Sinn und Zweck des Zuwanderungsgesetzes und der Abbau irrationaler Ängste ist Aufgabe der Aufnahmegesellschaft. Daneben gibt es Bereiche, die alle gemeinsam betreffen. Erforderlich ist hier ein integrierter und interkulturell orientierter Lernprozess. Dieser zielt unter anderem auf die Stärkung der Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu erkennen und diese so zu vermitteln, dass andere sich dadurch nicht verletzt fühlen, um ein Miteinander zu etablieren, in dem sich jeder wahrgenommen, respektiert und anerkannt fühlt.

Pädagogische Maßnahmen sind dabei so zu gestalten, dass sie einen effektiven, auf den Alltag übertragbaren Lernprozess initiieren. Differenzen und Schwierigkeiten, auch Grenzen der Toleranz, dürfen nicht einfach zugunsten positiver emotionaler Erlebnisse „wegpädagogisiert“ werden. Gefordert ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen, Forderungen und Grenzen, die sachliche Auseinandersetzung mit den Folgen, die die Zuwanderung für jeden Einzelnen hat und die intensive Beschäftigung mit der Frage, wie das Zusammenleben gestaltet werden sollte.

Vor diesem Hintergrund ist das Projekt Zuwanderung und Integration – Vermittlung interkultureller Kompetenzen entstanden, das im Rahmen des Aktionsprogramms Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gefördert wurde. Ziel des Projekts war die Entwicklung eines flexibel einzusetzenden Methodenbaukastens für die Praxis in der Jugend(bildungs)arbeit. Das Ergebnis ist das vorliegende Praxishandbuch. Im Rahmen des Projekts wurden drei Testseminare mit unterschiedlichen Zielgruppen durchgeführt und evaluiert. Dadurch ist es gelungen, das Programm für verschiedene Anforderungen zu optimieren.

Wir hoffen, damit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ein Werkzeug an die Hand zu geben, das interessantes Material zum Thema „Zuwanderung und Integration“ bereitstellt und sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützt.

Marieluise Beck, MdB
Parlamentarische Staatssekretärin Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

 

Zuwanderung und Integration

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Einleitung   pdf-download
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Modul I    
Fragen an das Thema info pdf-download
Identität und Heimat info pdf-download
Modul II    
Migrations-ABC info pdf-download
Zeitleiste info pdf-download
Zuwanderungsquiz info pdf-download
Push und Pull info pdf-download
Migrationsgeschichten info pdf-download
Modul III    
Fishbowl "Das Kopftuch" info pdf-download
Standpunkte info pdf-download
Werte und Konflikte info pdf-download
Planspiele info pdf-download
- Babylon in unserer Stadt   pdf-download
- Die Schülerzeitung   pdf-download
Modul IV    
Integrationskurse info pdf-download
Die ideale Stadt info pdf-download
Serviceteil   pdf-download
Literatur lesen  
Linkliste lesen  



 

Gefördert im Rahmen des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsex-tremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.

 

 
         
 
2004-06
 
Zuletzt aktualisiert: 14. 02. 2004